Ethik trifft Leben

Regina Ludewig Ethikberatung; Selbstportrait

In vielen  Lebensbereichen, vor allem in der modernen Medizin, spielt Ethik eine Rolle. Was ist Ethik eigentlich genau? Ethik beschäftigt sich damit, nach welchen Werten, Normen und Vorstellungen Menschen in einer Gesellschaft leben, wie ein gutes Leben für alle Menschen aussehen kann. In den Alltag übertragen ergeben sich daraus ganz konkrete Fragen und Unterstützungsmöglichkeiten für verantwortungsvolles Handeln: Wie soll ich leben? Was soll ich tun, um ein bestimmtes gesundheitliches Problem zu bewältigen? Wer entscheidet das, wer ist dafür verantwortlich und wo stoße ich dabei an Grenzen?

Ethikkomitees oder EthikexpertInnen haben die Aufgabe, die in medizinischen Krisensituaitionen verborgenen ethischen Konflikte zu erkennen und mit allen Betroffenen gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Meine freie Ethikberatung kann Sie beim Beantworten Ihrer Fragen unterstützen. Dieser konkrete und praktische Umgang mit gelebten ethischen Grundsätzen spiegelt sich im Namen "Ethik trifft Leben" wider

 

 Hier finden Sie für Einzelpersonen, Betroffenenverbände, Patienteninitiativen und Institutionen:

  • Zertifizierte Ethikberatung in Medizin und Gesundheitswesen
  • Vorträge und Fachartikel über Medizinethik
  • Individuelle Beratung und Hilfe bei der Entscheidungsfindung:

  • Wie möchte ich am Lebensende behandelt werden? Was ist ethisch erlaubt? Wie kann ich das rechtlich absichern?
  • Patientenwille und Patientenautonomie: Was kann und darf ich selber entscheiden?
  • Individuelle Gesundheitsvollmachten, Patienten- und Lebensverfügungen
  • Neue Techniken in der modernen Fortpflanzungsmedizin: Welche Bedenken gibt es? Wie ist der aktuelle Stand?
  • Ethische Aspekte von Inklusion, Integration, Barrierefreiheit und Teilhabe
  • Ermutigung zu einem eigenen Bickwinkel

Aktuelle Entwicklungen: Corona-Pandemie

Noch vor einigen Monaten hat sich niemand vorstellen können, wie sehr der Ausbruch und die Auswirkungen der weltweiten Corona-Pandemie in die Freiheits- und Grundrechte jedes Einzelnen eingreifen würde, geschweige denn, dass so ein umfassender Gesundheitsschutz der Bevölkerung mit einem Lockdown notwendig sein könnte. Mittlerweile wurde der Lockdown zurückgenommen und im Laufe des Sommers sanken die Infektionszahlen wieder unter  Einhaltung der AHA-Regeln. Viele Menschen genossen  das beinahme normalisierte Leben in Alltagsbereichen wieder.

Wie in einer Demokratie üblich stritten viele Experten über den demokratisch und gesellschaftlich richtigen Weg der Pandemiebewältigung. Es gab Fehleinschätzungen der Dramatik, Verleumdungen und gegenseitige Unterstellungen. In den letzten Wochen stiegen die Infektionszahlen bedauerlicher Weise wieder rasant an . Mittlerweile ist aber klar, dasss nicht nur die Infektionszahlen alleine ein wichtiges Kriterium sind, sondern auch die Sterberaten im Vergleich zu anderen wesentlichen Geundheitsfaktoren.  in vielen deutschen Großstädten, ländlichen Regionen und im europäischen Auslandlen entwickelten sich Hotspots, die viele Menschen, insbesondere Menschen mit Vorerkrankungen, ängstigten. Der erneute dramatische Verlauf der Pandemie verdeutlicht, wie wichtig ein ethisch gerechter, rechtlich abgesicherter und gesellschaftlich getragener Umgang mit der Pandemie für jeden einzelnen Menschen, insbesondere im Erkrankungsfall, ist.

Aber leider kommt damit auch wieder die Gefahr einer Überlastung des Gesundheitssystems, auch in Deutschland ins Bewusstsein. Ethisch gerechte, demokratisch und grundrechtlich getragene Entscheidungen wie  z. B. eine Kompetenzausweitung des Bundesgesundheitsministers durch das Infektionsschutzgesetz auch mit parlamentarischer Zustimmung und zeitlich befristit, stehen in dem Moment auf tnernen Füßen, wenn es im Gesundheitswesen keine menschenwürdige Pflege, nicht genügend Intensivbetten oder keine gut  ausgebildeten und bezahlten Fachräfte gibt. 

Wie in allen medizinnischen Bereichen gilt: Für eine indiviuell zur Lebenssituation passende Entscheidung ist eine gründliche Aufklärung hilfreich. Die Sehnsucht zur Rückkehr in eine soziale, gesellschaftliche, medizinische und wirtschaftliche Normalität ist nicht nur zutiefst verständlich, sondern für eine glückliche und lebenswerte Gesellschftsform absolut notwendig. Menschen  mit zahlreichen Vorerkrankungen, ebenso wie alte Menschen oder Menschen mit erhöhtem Hilfebedarf aufgrund einer Einschränkung sind  auch weiterhin besonders hart von den Pandemiefolgen betroffen und in ihren Vorstellungen von einem selbstbestimten Leben  oder auch von einem selbstbestimmten Sterben eingeschränkt. 

Medizinethisch problematisch bleibt, dass Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen schon lange vor Ausbruch der Pandemie durch Privatisierung,  Kostendruck, Einsparungen, Personalmangel, hoher Arbeitsbelastung, geringes Einkommen, unzureichende Hygiene- und Schutzkonzepte stark in ihrer Handlungsfähigkeit waren. Dieser Zustand hat sich nun extrem verschärft. Es fehlen politische Konzepte. diese Entwicklung wurde seit Jahren ausgeblendet, mhnende Worte nicht gehört. Viele der Einrichtungen leisten mit einfühlsamen Pflegekräften und guten Konzepten großartige Pflegearbeit, die sich an den Bedarf der einzelnen Bewohner und Patienen anpasst. Sie ermöglichen Patienten und Bewohnern in ihrem ohnehin begrenzten Lebensalltag und am Lebensende so weit wie möglich würdevolle Unterstützung, ohne sie in ihrer Autonomie einzuschränken.  Die ungerechten, zum Teil als unwürdig empfunden Lebens- und Arbeitsbedingungen von BewohnerInnen, Patienten und Personal sind auch mit einer Wiederaufnahme der Besuchserlaubnis längst noch nicht überall wiederhergestellt.

Patienteninitiativen beklagen, dass insbesondere demente BewohnerInnen das Ausbleiben der Angehörigenbesuche oder fehlende Begleitung im Sterbeprozess nicht nachvollziehen können. Entsprechende Empfehlungen und Leitlinien zur palliativmedizinischen ärztlichen und pflegerischen Begleitung am Lebensende gibt es bereits seit 2016, die auch jetzt im Pandemiefall bindend sind. Auch spontane Besuche von Angehörigen zum befriedigenden Lebenalltag beider Seiten gehören zur selbstverständlichen Patientenautonomie. Nicht jeder erkrankte Mensch möchte sich dem Risiko eines Sterbeprozesses im Krankenhaus ohne Angehörige aussetzen. Angehörige können ein Besuchsrecht einfordern. 

Gerne unterstütze ich Sie mit einer individualethisch gestalteten Patientenverfügung, die Ihren Vorstellungen entspricht und rechtliche Gültigkeit hat. Entsprechende Handreichungen, Handlungsempfehlungen und Leitlinien finden sich auch auf der Webseite der Akademie für Ethik in der Medizin, in Justizministerien und notariellen Kanzleien.  

Für ein unverbindliches Angebot nehmen Sie Kontakt mit mir auf.