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Ethik, Teilhabe und Inklusion

Menschen, die aufgrund einer Erkrankung, körperlichen, seelischen oder geistigen Einschränkung oder wegen des zunehmenden Alters einen erhöhten Assitenzbedarf haben, fühlen sich häufig immer noch von einem gleichbereichtigten Leben in der Mitte der Gesellschaft ausgeschlossen.

Trotz der Unterzeichnung der UNO-Behindertenrechtskonvention durch die Bundesrepublik Deutschland 2009, der Einführung von Inklusion im deutschen Schulsystem oder der Einführung von Teilhabeerlassen im Arbeitsrecht des öffentlichen Dienstes, lässt eine gleichberechtigte Teilhabe und die Umsetzung von Barrierefreiheit häufig noch zu wünschen übrig. In der Diskussion um die Änderung des Teilhabeerlasses im Jahr 2017 äußern viele Betroffene die Befürchtung, dass sie durch die gesetzlichen Neuregelungen noch schlechter gestellt sein werden als bisher und schlechtere Zugangsbedingungen zum ersten Arbeitsmarkt zu befürchten sind.

Wie kann eine ethisches Konzept aussehen, welches die besondere Vulnerabilität dieser Menschen berücksichtigt, ihnen aber trotzdem Chancengleichheit sowie eine Entfaltung ihrer Kompetenzen und Fähigkeiten ermöglicht?

Sind bisherige Bildungskonzepte zur Inklusion sowie gesetzliche Regelungen in der  Arbeitswelt mit Teilhabeerlassen und Schwerbehindertenvertrauensleuten ausreichend? Wie kann der Übergang von der Schule in den Beruf bei Kindern und Jugendlichen mit Assistenzbedarf oder sonderpädagogischem Förderbedarf aussehen? Welche Alternativen gibt es zur Arbeit in einer so genannten Behinderten-Werkstatt?

Mit der Neuregelung zum Bundesteilhabegesetz ab 2017 befürchten Sozial- und Behindertenverbände, dass die Chance einer wirklichen Teilhabe im Bereich der Arbeits- Lebens- und Wohnformen weiter eingeschränkt wird. Sie orientieren sich an der kostengünstigsten Variante, selbst wenn bisher eine langjähre selbständige Lebensweise möglich war.